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KREATIVWIRTSCHAFT UND KULTURWIRTSCHAFT

Neue Zahlen zum Kulturhauptstadtjahr

Neue Zahlen zum Kulturhauptstadtjahr: Nach dem großen Erfolg von 2010, gibt es auch für das laufende Zahl optimistische Prognosen

Die Erwartungen im Vorfeld waren groß, doch die Freude über ein Jahr voller Kulturhighlights ist am Ende noch viel größer. 13,4 Prozent mehr Übernachtungsgäste im Ruhrgebiet belegen den touristischen Erfolg des Kulturhauptstadtjahres. Die Metropole Ruhr hat sich als beliebtes Städteziel auf dem Reisemarkt positioniert. Dabei führen die Städte Essen und Oberhausen das Ranking der Portalstädte beim Gästezuwachs an: Essen hat sich um 28,7 Prozent gegenüber 2009 verbessert, Oberhausen um 14,4 Prozent.

Ob Messeauftritte, internationale Roadshow, Imagereisen oder umfangreiche Marketingkooperationen – die Liste der Werbemaßnahmen im Vorfeld der Kulturhauptstadt ist lang. Als Partnerregion auf der weltweit bedeutendsten Reisebörse ITB in Berlin konnte die Ruhr Tourismus GmbH (RTG) 2009 zusammen mit der RUHR.2010 GmbH erfolgreich die Reisewirtschaft von der Region überzeugen. Viele namhafte Reiseveranstalter hatten das Ruhrgebiet auf dem Titelblatt. „Das Jahr 2010 wurde mit über 6,5 Mio. Übernachtungen in der Metropole Ruhr zum absoluten Rekordjahr, allein die zusätzlichen Übernachtungsgäste brachten einen geschätzten Umsatzzuwachs von rund 90 Mio. Euro brutto“, freut sich Axel Biermann, Geschäftsführer der RTG. „Aber es geht weiter, die Region ist touristisch hervorragend aufgestellt und punktet neben der einzigartigen Industriekultur mit einem außergewöhnlichen Angebot aus Kultur und Entertainment.“

Neben der schon bewährten Kooperation mit den Tourismusförderern auf lokaler Ebene hat sich besonders die enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) mit Sitz in Frankfurt im Kulturhauptstadtjahr gelohnt, mit 18,5 Prozent ist der Zuwachs der Gästeankünfte aus dem Ausland überdurchschnittlich hoch. „Das Ruhrgebiet gehörte 2010 zu den großen Gewinnern im Deutschlandtourismus – ganz besonders bei internationalen Gästen. In Kooperation mit der Ruhr Tourismus GmbH konnten wir international die Metropole Ruhr erfolgreich als Städtereiseziel bewerben und das Image der Region verbessern“ betont Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT.

Die Aussichten für 2011 sind positiv: Zahlreiche Buchungsanfragen für das laufende Jahr zeigen: Auch 2011 zieht es die Touristen an die Ruhr. Dank des verbesserten Images soll dabei im Vergleich zu 2009 ein ordentliches Besucher-Plus herauskommen, auch wenn das Rekordjahr 2010 zunächst nicht erreicht werden wird.

Befragung bei den Ruhries: 86 Prozent nehmen Imageverbesserung des Ruhrgebiets wahr

Viele Besucher der Kulturhauptstadt kamen aus der Region, das belegt auch eine Studie der RUHR.2010 GmbH in Zusammenarbeit mit ACADEMIC DATA. RUHR.2010 hat das Ruhrgebiet mobil gemacht, knapp 20 Prozent mehr Gäste reisten in eine Nachbarstadt, um eine Veranstaltung zu besuchen. Die Region ist im vergangenen Jahr stärker zusammengewachsen: 79 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Metropole Ruhr als Einheit präsentiert hat, 86 Prozent haben eine Verbesserung des Images wahrgenommen. „Im Kulturhauptstadtjahr wurden 53 Städte zu einer großen Kulturmetropole “, so Jürgen Fischer, Programmkoordinator der RUHR.2010 GmbH. „RUHR.2010, RTG und die touristischen Akteure vor Ort haben hervorragend im Team gespielt und die Metropole Ruhr hat dabei hoch gewonnen. Die Zufriedenheit der Besucher ist groß, jetzt muss das Tempo weiter hochgehalten werden.“

Insgesamt haben 61% der Befragten, die die RUHR.2010 kannten, Veranstaltungen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 besucht. Davon besuchten 57% mehr als zwei Kulturveranstaltungen, ein Viertel sogar mehr als fünf Kulturveranstaltungen. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (53%) gab an, damit mehr oder viel mehr Veranstaltungen als sonst zu besuchen. Auch Kulturveranstaltungen außerhalb des offiziellen RUHR.2010 Programms erfreuten sich einer höheren Bekanntheit und eines höheren Zuspruchs als in den beiden Jahren zuvor. Knapp 50% mehr Befragte als in den Vorjahren gaben an, die Ruhrtriennale und fast doppelt so viele im Vergleich zu 2008 und 2009 gaben an, Veranstaltungen des Klavierfestivals Ruhr besucht zu haben.

Die Besucher von Kulturveranstaltungen zeigten sich im Kulturhauptstadtjahr deutlich mobiler als noch 2009. Im Kulturhauptstadtjahr fuhren knapp 60 Prozent der Befragten in eine andere Stadt innerhalb des Ruhrgebiets, um Kulturveranstaltungen zu besuchen, eine Steigerung um mehr 20% im Vergleich zum Vorjahr (41,8 %). Konkret nach dem Veranstaltungsbesuch im Rahmen von RUHR.2010 befragt, gaben 63,4 % der Befragten an, bereits in andere Orte gefahren zu sein, 7,5 % plante auch zum Ende des Kulturhauptstadtjahres noch in andere Städte zu fahren. Die Mehrheit der Befragten nutzte den eigenen PKW für den Veranstaltungsbesuch (53,4 %).

Ein zentrales Ziel von RUHR.2010 war es, das Ruhrgebiet enger zusammenzubringen und stärker als neue, unkonventionelle Metropole zu positionieren. Tatsächlich nimmt die Mehrheit der Befragten das Ruhrgebiet als Metropole wahr: 59% gaben an, das Ruhrgebiet sehr (23 %) oder ein wenig (36 %) als Metropole zu betrachten. Mehr als drei Viertel der Befragten (79 %) fanden, dass das Ruhrgebiet sich als Einheit präsentierte. In Zusammenhang mit der gestiegen intraregionalen Mobilität kann hier tatsächlich ein Trend zum weiteren Zusammenwachsen der Region festgestellt werden.

Einige der wichtigsten Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung im Jahr 2010 ist der Abgleich der Erwartungen an die Kulturhauptstadt mit den tatsächlich erlebten Veränderungen. Als wichtigste Veränderungswünsche wurden in den letzten zwei Jahren ein positiveres Image des Ruhrgebiets genannt (56 %), sowie mehr Angebote für Kinder und Jugendliche (59 %) und wirtschaftlicher Aufschwung (47%). Auch Stadtverschönerungen (36 %) und eine Stärkung des Selbstbewusstseins der Bürger (39 %) lagen auf den vorderen Plätzen. Am Ende des Kulturhauptstadtjahres wurden die Erwartungen in fast allen Bereichen übertroffen. Eine große Mehrheit der Befragten nahm eine Verbesserung des Images des Ruhrgebiets (86 %) und eine Stärkung des Selbstbewusstseins (64 %) wahr.