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Gründerreport 2010
(PDF, 2,543 KB) (Dokument-Nr.: 71424)
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Ulf Wollrath, Geschäftsführer Handel-Dienstleistungen-Gründungen der IHK zu Dortmund; Peter Schnepper, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen (Emscher-Lippe-Region); Veronika Lühl, Stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen; Tillmann Neinhaus, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der IHK Mittleres Ruhrgebiet; und Rüdiger Helbrecht, Stellvertretender Geschäftsbereichsleiter Handel-Dienstleistungen-Mittelstand-Außenwirtschaft der Niederrheinische IHK zu Duisburg
IHKs Ruhr stellen Gründerreport Ruhr 2010 vor
Deutlicher Zuwachs an Unternehmen seit 2005
Mehr Gründungsinteressierte trotz guter Konjunktur
Der Bestand an IHK-zugehörigen Unternehmen ist so hoch wie nie zuvor. Zu diesem Ergebnis kommt der Gründerreport Ruhr 2010, den die Industrie- und Handelskammern (IHKs) im Ruhrgebiet in der IHK zu Essen der Öffentlichkeit vorstellten.
Im Untersuchungszeitraum von 2005 bis Mitte 2010 wuchs die Anzahl der Betriebe in den IHK-Bezirken Duisburg bis Hagen um knapp 29.000 auf über 267.000 Unternehmen (+12,1 %). In Dortmund (+16,7 %) und Duisburg (+16,1 %) stieg die Zahl der IHK-zugehörigen Unternehmen überdurchschnittlich.
Die IHKs rechnen damit, dass die Zahl der Unternehmen trotz der guten wirtschaftlichen Entwicklung weiter steigen wird. „Die Faustformel“, erklärte die stellv. Hauptgeschäftsführerin der IHK zu Essen, Veronika Lühl, „gute Konjunktur, weniger Arbeitslose gleich weniger Existenzgründungen passt nicht ganz auf die gegenwärtige Situation.“ So ist die Anzahl der IHK-Beratungsgespräche seit 2009 um 16 % deutlich gestiegen. Zugleich erhöhte sich die Anzahl der Stellungnahmen zum Gründungszuschuss, den die Arbeitsverwaltung Arbeitslosen zur Förderung des Schritts in die Selbstständigkeit gewährt. Obwohl die Konjunkturaussichten mittlerweile günstig sind, wurden im ersten Halbjahr 2010 rund 42 % mehr Stellungnahmen von den IHKs im Ruhrgebiet abgegeben, als in der ersten Jahreshälfte 2009.
Spitzenreiter - sowohl bei der absoluten Zahl als auch beim Wachstum – sind die Dienstleistungsbranchen. Von drei der neu im Bestand hinzugekommenen Betriebe sind zwei im Dienstleistungssektor tätig. Weit überdurchschnittlich entwickelten sich die Bereiche Telekommunikation, Informationsdienstleistungen, Arbeitnehmerüberlassung, Facility-Management und soziale Dienste, wie zum Beispiel ambulante Pflegedienste. Kaum Veränderungen gab es dagegen bei traditionellen Dienstleistern, wie den Versicherungsvermittlern und den Gastronomen.
Der Handel ist mit 34,1 % nach wie vor der zweitwichtigste Sektor. Insbesondere Unternehmen mit Online-Handel legten kräftig zu. Vordergründig ist auch der Bestand an Betrieben im produzierenden Gewerbe stark gestiegen. Das immense Wachstum ist jedoch auf private Energieerzeuger zurückzuführen, deren Photovoltaikanlagen als gewerblich gelten.
Vor dem Hintergrund eines kontinuierlichen Wachstums des Unternehmensbestands im Ruhrgebiet ziehen die IHKs ein positives Fazit. Gleichwohl weisen sie auf Verbesserungsmöglichkeiten hin. „Mehr denn je ist Selbstständigkeit eine berufliche Option“, so Veronika Lühl. Deshalb sprechen sich die IHKs Ruhr für die systematische Aufnahme des Fachs Unternehmertum in die Lehrpläne von Schule und Universität aus.
Der Verwaltungsaufwand für Startups ist zu reduzieren. Die Umsatzsteuervoranmeldung sollte vierteljährlich statt monatlich abgegeben werden dürfen, und das Formular für die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist zu vereinfachen.
Die Hinzurechnung von Kostenbestandteilen bei der Gewerbesteuer kann zu Liquiditätsabflüssen führen, die besonders Unternehmer in der Anfangsphase hart treffen. Die Kostenbesteuerung ist deshalb umgehend abzuschaffen, um die finanziellen Spielräume nicht weiter zu begrenzen.
„Zur Vereinfachung des Gründungsprozesses sollte es endlich auch in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit geben, das Gewerbe bei der IHK anzumelden“, fordert Veronika Lühl. Die IHKs appellieren daher an die Landesregierung, möglichst rasch dem Beispiel anderer Bundesländer zu folgen und die gesetzliche Grundlage für einen Gründerservice aus einer Hand zu schaffen.
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Der Gründerreport Ruhr bezieht sich auf den jeweils gesamten IHK-Bezirk von Dortmund, Duisburg, Essen und Mittleres Ruhrgebiet, beim IHK-Bezirk Hagen auf die Städte Hagen, Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg, Herdecke, Schwelm, Sprockhövel und Wetter und beim IHK-Bezirk Nord Westfalen auf die Emscher-Lippe-Region.
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