15.02.2017

IHK-Umfrage zur Außenwirtschaft

Allzeithoch bei der Exportquote –
Gedämpfte Aussichten in den kommenden Monaten

Die Exportquote des verarbeitenden Gewerbes im Bezirk der Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) stieg 2016 auf 59 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert der vergangenen Jahre. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen liegt der Anteil des Auslandsumsatzes im verarbeitenden Gewerbe bei 46 Prozent.

„Die MEO-Unternehmen zeigen sich international weiterhin erfreulich konkurrenzfähig“, begrüßt Dr. Gerald Püchel, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Essen, die Entwicklung. „Diese Leistung ist umso bemerkenswerter angesichts der seit Jahren stetig zunehmenden Hindernisse im internationalen Geschäft. Die Fortsetzung dieses Erfolges wird jedoch kein Selbstläufer, wie wir den Einschätzungen der Firmen entnehmen können“, so Dr. Püchel mit Blick auf die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK.

Ein kräftiges Anziehen des Auslandsgeschäfts ist zumindest in den nächsten Monaten nicht zu erwarten: Optimisten und Pessimisten halten sich mit 21 bzw. 22 Prozent in etwa die Waage. Insgesamt haben sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter verschlechtert. Zum Teil beklagen die Betriebe einen zunehmenden Protektionismus, der sich z. B. in länderspezifischen Zollaufschlägen oder „nicht-tarifären Handelshemmnissen“ niederschlägt. Bewaffnete Konflikte, politische Krisen und ein weltweit gedrosseltes Wirtschaftswachstum erschweren das internationale Geschäft zusätzlich. „Dabei sind die Auswirkungen aktueller Ereignisse vielfach in wirtschaftlicher Hinsicht noch nicht absehbar – Stichwort Brexit und die Wahl Trumps zum US-Präsidenten“, erklärt Dr. Püchel.

Die von den MEO-Unternehmen geplanten Auslandsinvestitionen sind ebenfalls von Zurückhaltung geprägt. Etwa jedes achte Unternehmen geht zwar von einer Steigerung aus. Der Anteil, der mit rückläufigen Investitionen rechnet, ist jedoch mit 24 Prozent etwa doppelt so groß. Mit 64 Prozent hält der weitaus größte Teil der Unternehmen die Investitionen konstant. Die Eurozone bleibt für die Unternehmen im IHK-Bezirk die mit Abstand wichtigste Investitionsregion: Sechs von zehn Befragten konzentrieren hier ihre Aktivitäten. Deutlich weniger Betriebe planen den Schwerpunkt ihrer Investitionen in der übrigen EU, in Norwegen oder der Schweiz (20 Prozent), China (18 Prozent) oder Nordamerika (16 Prozent).

„Die Zahlen unterstreichen einmal mehr: Das internationale Geschäft ist eine wichtige Säule unseres Standorts. Der freie Zugang zu Märkten – insbesondere zum europäischen Binnenmarkt – ist dabei essentiell für MEO-Unternehmen. Er ist ein Eckpfeiler für den Wohlstand unserer Region und muss unbedingt in seiner Substanz erhalten bleiben“, betont der Hauptgeschäftsführer.

Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes 2016 in Prozent nach Städten
Essen48,2
Mülheim an der Ruhr67,3
Oberhausen65,3
IHK-Bezirk58,8