Die Sorge um die Zukunft der Stadtzentren und die Entwicklungsperspektiven des innerstädtischen Handels lösen immer wieder Diskussionen und intensive Bemühungen zur Revitalisierung und Attraktivitätssteigerung der Städte aus. Auf der Suche nach geeigneten Lösungsansätzen wandert der Blick nach Nordamerika. BID heißt das Zauberwort, das seit 2004 auch in Nordrhein-Westfalen Pate steht für das Stadtmarketing der zweiten Generation zur Aufwertung von Geschäftsstraßen.
Was sind BIDs?
Die Abkürzung BID steht für „Business Improvement District”. Ein BID ist eine Gemeinschaft in Form einer Public Private Partnership von Grundstückseigentümern und Gewerbetreibenden, die sich in einem festgelegten Gebiet für ein begrenzte Zeit zusammenfinden, um ihr „Geschäftsquartier” aufzuwerten. „Privat statt öffentliche” lautet die Devise, nach der Haus- und Grundbesitzer zusammen mit ihren Mietern aus Handel, Dienstleistungsgewerbe und Freiberuflern nach neuen Wegen suchen, damit die Innenstädte ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten und ausbauen.
Bis heute hat die Idee 1200 Nachahmer weltweit gefunden. Viele kanadische Provinzen und US-Bundesstaaten haben mittlerweile Rahmengesetze erlassen, die die Gründung von BIDs regeln. Nach einem fest vereinbarten Berechnungsschlüssel wird die Abgabe mit der Grundsteuer durch die Stadtverwaltung erhoben und direkt an das BID-Management weitergeleitet. Einen ähnlichen Weg geht in Deutschland der Hamburger Senat.
Beim amerikanischen Modell erfolgt die Finanzierung über eine verpflichtende Abgabe, die alle Händler und Immobilienbesitzer abtreten müssen, wenn sich die Mehrheit in diesem Quartier dafür entschieden hat. Das nordrhein-westfälische Modell der Immobilien- und Standortgemeinschaften versucht dagegen, die Eigeninitiative der einzelnen Akteure durch Freiwilligkeit zu sichern.
Der BID umfasst einen räumlich klar umrissenen, meist innerstädtischen Bereich. Innerhalb dieses Quartiers versuchen die Grundeigentümer und Gewerbetreibenden, die Standortqualität durch Aufwertungsmaßnahmen, die über die gesetzlich vorgeschriebenen öffentlichen Leistungen hinausgehen, zum eigenen Vorteil zu verbessern.
Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen
Seit Mitte 2004 fördert das Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesinitiative „Stadtmarketing der zweiten Generation” die Umsetzung einer nordrhein-westfälischen Variante der BIDs. Ziel des Förderprogramms ist es, die Bildung von Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISGs) zu forcieren, in denen sich Haus- und Grundbesitzer sowie Gewerbetreibende und Freiberufler mit öffentlichen Planungsträgern zusammenschließen, um das städtische und gewerbliche Umfeld nachhaltig aufzuwerten. Die Mitgliedschaft in einer solchen ISG basiert im Gegensatz zum nordamerikanischen BID-Modell auf dem Prinzip der Freiwilligkeit.
Gezielte Zusammenarbeit
Entscheidend ist die gezielte Zusammenarbeit der Haus- und Grundeigentümer mit den Gewebebetreibenden und Freiberuflern sowie der Politik und Verwaltung. Alles was den Standort nach innen oder außen negativ berührt, wird mittelfristig auch zum Nachteil für Immobilieneigentümer und Gewerbetreibende. Das Engagement ist für die Betroffenen daher eine Investition in den eigenen Standort. Nur durch die Steigerung der städtebaulichen Attraktivität und der Attraktivität der Angebotsstruktur wird die Aufenthalts- und Erlebnisqualität erhöht und damit der Wert der einzelnen Gebäude und Grundstücke bzw. der Handlungsspielraum und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gesichert. Es gilt für alle Beteiligten eine attraktive wirtschaftliche Perspektive im Quartier zu ermöglichen. Das Konzept wird gemeinsam und in enger Abstimmung mit allen lokalen Akteuren vor Ort erarbeitet und nicht aus einem externen Gutachten abgeleitet. Dieses Vorgehen ist eine entscheidende Voraussetzung für das angestrebte ideelle, organisatorische und finanzielle Engagement der Beteiligten.
Weitere Informationen:
DIHK Positionspapier (PDF-Datei: 52 KB)
BCSD-Positionspapier (PDF-Datei, 17 KB)
d-plan Gutachten zu BIDs in NRW (PDF-Datei, 730 KB)
In Deutschland haben sich des Themas angenommen:
BID-Aktuell.de: Neutrale Plattform für Informationen und Diskussion rund um das Thema BID
bcsd.de: Informationen der Bundesvereinigung für City- und Stadtmarketing Deutschland e.V.
urban-improvement-districts.de: Einführung in die Idee und Funktionsweise der BIDs.
cima.de: Informationen der Cima GmbH zum Thema BIDs
businessimprovementdistrict.de: Private Homepage zum Thema BIDs