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Der lange Zeit als selbstverständlich erachtete Gleichschritt
zwischen Innenstadt- und Handelsentwicklung gerät zunehmend aus dem
Rhythmus. Die Originalität und Vielfalt der gewachsenen
europäischen Stadt, die sich durch eine Vielzahl und Vielfalt von
örtlichen Einzelhandelsunternehmen, Gaststätten und sonstigen
Dienstleistungen auszeichnet, geht verloren.
Einkaufszentren entstehen in Innenstädten und an peripheren
Standorten auf der „Grünen Wiese“. Der Strukturwandel wird dadurch
verstärkt, dass sich traditionelle Einzelhändler zurückziehen und
die Filialisierung der Innenstädte zunimmt.
Den Geschäftsleerständen auf der einen Seite steht die Zunahme der
Verkaufsflächen bei stagnierenden bzw. sogar rückläufigen
Flächenproduktivitäten auf der anderen Seite gegenüber. 2004 hat
die Verkaufsfläche in Deutschland nach Angaben des HDE
(Hauptverband des deutschen Einzelhandels) erneut auf insgesamt 113
Mill. Quadratmeter zugelegt. Mit fast 1,4 Quadratmetern pro
Einwohner besitzt Deutschland schon jetzt rund doppelt so viel
Verkaufsfläche pro Einwohner wie England, Frankreich oder Italien.
Flächenwachstum auf der einen und Geschäftsleerstände auf der
anderen Seite erscheinen aber nur auf den ersten Blick als
Widerspruch. Tatsächlich signalisieren beide Entwicklungen den
fortgesetzten Konkurrenzkampf der Akteure am Markt, der zunehmend
auch zwischen den verschiedenen Betriebsformen stattfindet. Im
Einzelhandel herrscht ein umfassender Verdrängungswettbewerb.
Die Nachfrage nach „neuen“ Flächen wird hauptsächlich von
Filialisten bestimmt. Der wachsenden Konkurrenz begegnen sie
offensiv mit der Eröffnung neuer Läden. Und für diese brauchen sie
meistens bestimmte Verkaufsflächen mit PKW-Anbindung, für die
oftmals leer stehende, kleine Geschäftsräume nicht in Frage
kommen.
Uniformität und Geschäftsleerstände
Die Individualität des Einzelhandels geht zurück, die Uniformität
der Innenstädte nimmt zu, die Kundenfrequenz auf den Straßen der
Innenstadt nimmt ab und Laufwege verändern sich.
Geschäftsleerstände prägen immer häufiger das Stadtbild und sind
eines der Hauptprobleme, mit denen fast alle Städte unabhängig von
ihrer Größe zu kämpfen haben. Selbst 1a-Lagen bleiben vor allem in
mittelgroßen Städten nicht mehr davon verschont. Leerstände im
Einzelhandel sind grundsätzlich kein neues Phänomen. Sie haben
jedoch zugenommen und erzeugen vor allem in zentralen Lagen
erheblichen Handlungsdruck.
Erhalt attraktiver Innenstädte
Obwohl es für Deutschland ein allgemeingültig formuliertes Ziel
ist, den Erhalt attraktiver Innenstädte zu fördern, gibt es dafür
leider kein Allheilmittel. Erschwerend kommt hinzu, dass die
öffentlichen Kassen mehr oder weniger leer sind. Viele Städte
ziehen sich auf die Erfüllung ihrer Basisaufgaben zurück. Die Grüne
Wiese und das Internet werden wir nicht abschaffen. Und selbst die
attraktivste Innenstadt wird nichts daran ändern, dass einige
Kunden weiterhin in einem Einkaufszentrum oder Online shoppen.
Dennoch ist es eine der wichtigsten Aufgaben, attraktive, moderne
und lebendige Innenstädte zu erhalten und zu schaffen.
Verändertes Ausgabenverhalten
Die einzelhandelsrelevanten Ausgaben haben sich konjunkturbedingt
und durch verändertes Verbraucherverhalten verringert. Viele
Menschen entscheiden sich für andere Formen der Freizeitgestaltung,
die Spaß und Erlebnis bieten.
Auch die Erwartungen der Kunden kommen hinzu. Sie sind es, die den
Lebenszyklus von Marken, Positionierungen der Industrie sowie der
Einzelhandelsformate bestimmen. Gewinner sind derzeit die
Discounter und Einkaufszentren, aber auch Fachmärkte und
SB-Warenhäuser. Verlierer sind vor allem kleine Fachgeschäfte.
Für die Richtigkeit der in dieser Website enthaltenen Angaben können wir trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernehmen. Bei den angelinkten externen Seiten handelt es sich ausschließlich um fremde Inhalte, für die wir keine Haftung übernehmen und deren Inhalt wir uns nicht zu eigen machen.
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