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Das Ruhrgebiet ist schon länger ein Symbol für den Strukturwandel der Wirtschaft. Nicht mehr Kohle und Stahl dominieren den Wirtschaftsraum – Handel und Dienstleistungen haben sich durchgesetzt und die Entwicklung immer stärker geprägt. Die Städte im verdichteten Ballungsraum sind immer näher zusammengerückt und haben eine in Europa fast einmalige Metropolregion geformt. Hier leben und arbeiten über fünf Millionen Menschen, die damit auch rein quantitativ betrachtet für den Handel eine interessante Käufergruppe darstellen.
Daher haben sich zahlreiche neue und großflächige Betriebsformen, aber auch Sortimente gerne im Ruhrgebiet angesiedelt, um ihre Marktkompatibilität zu testen und sich am Markt etabliert. Im Ruhrgebiet hat man sich nicht gescheut, gemeinsam mit dem Handel den Strukturwandel und damit die ökonomische Entwicklung anzugehen und gewagt, ungewöhnliche Wege in der Regionalentwicklung zu beschreiten. Gerade dort boten sich umfangreiche Flächenvorräte ehemaliger Industrieareale mit guter Lager und Infrastruktur, Verkehrsanbindung und ein großes Kaufkraft- und damit Umsatzpotenzial. Das CentrO in Oberhausen steht stellvertretend als Leuchtturm für zahlreiche spektakuläre Großprojekte in Handel und Dienstleistungsbranche, mit denen Teile des Strukturwandels auch räumlich erfolgreich bewältigt wurden und das Ruhrgebiet seinen Ruf als innovativer Handelsstandort ausbauen konnte.
Die Zahl der Shopping-Center im Ruhrgebiet erhöht sich dabei weiter stetig und sorgt für die Zunahme an Verkaufsflächen. Wohl nirgendwo in Deutschland ist die Dichte an Centern und die für jeden Einwohner rechnerische Verkaufsfläche so groß wie zwischen Duisburg und Dortmund. Das Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim an der Ruhr war eines der ersten Shopping-Center in Deutschland und markierte den Beginn des Siegeszuges dieser Vertriebsform.
Shopping-Center streben aufgrund des Planungsrechts heute vor allem in innerstädtische Lagen. Damit besteht eine Chance, mit zeitgemäßen Vertriebsformen und professionell organisierten Centern die Innenstädte zu stärken. Tatsächlich spielen die Qualität der Center und der Sortimentsmix eine wichtige Rolle. Die Vorteile der Shopping-Center nutzen aber nur dann der Innenstadt, wenn diese gut integriert sind, Größe und Sortimente stimmig sind, es ausreichende Austauschbeziehungen mit der restlichen Innenstadt und gelebte Kooperationen mit den Innenstadtakteuren gibt. Center sorgen ansonsten für die Verdrängung des etablierten Einzelhandels und damit für Leerstände und weitere Probleme in den Innenstädten.
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