PRÄSIDENT UND HAUPTGESCHÄFTSFÜHRER BERICHTEN AUS DER MEO-REGION:
Weblog der IHK zu Essen
Die IHK zu Essen bildet heute den regionalen Zusammenschluss von rund 50.000 Unternehmen aus dem Industrie-, Handels- und Dienstleistungssektor. Unser Hauptziel ist es, das Gesamtinteresse der zugehörigen Unternehmen wahrzunehmen, für die Förderung der gewerblichen Wirtschaft einzutreten und dabei die wirtschaftlichen Interessen einzelner Gewerbetreibender, Betriebe oder Unternehmen abwägend oder ausgleichend zu berücksichtigen, hoheitliche Aufgaben wahrzunehmen und Serviceleistungen anzubieten.
Hier bloggen Präsident Dirk Grünewald und Hauptgeschäftsführer Dr. Püchel über aktuelle Entwicklungen in der MEO-Region. Sie schildern ihre Eindrücke aus den Gesprächen mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und formulieren Zukunftsziele. Lesen Sie die Beiträge und schildern Sie uns Ihre Meinung! Welche Themen bewegen Sie? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.
| +++ Standortfaktor Freizeitwirtschaft +++ Lebensqualität wird maßgeblich durch Freizeit bestimmt, die ein Mensch zur Verfügung hat. Die Deutschen haben im europäischen Vergleich sowohl am meisten Freizeit als auch am meisten Urlaub. Und gerade den Bewohnern städtischer Ballungsräume wie dem Ruhrgebiet ist die Freizeit kostbar. Rund 16 Prozent des verfügbaren privaten Haushaltseinkommens werden deutschlandweit für die Freizeitgestaltung ausgegeben. Das führt zu steigenden Ausgaben und damit wachsenden Potenzialen der Freizeitwirtschaft. Die Freizeitbranche ist eine bunte Mischung aus unterschiedlichsten Bereichen wie Tourismus, Gastronomie, Kultur, Sport, Handel, Veranstaltungen, Erlebnis oder Wellness. Die „Festivalisierung“ des Freizeitbereichs mit immer neuen Formen und Standorten großer Freizeitparks, Attraktionen und Entertainment Centern geht auch in den Städten der MEO-Region weiter. Die „Erlebniskonsumenten“ ändern ihr Freizeitverhalten ständig und haben immer neue Ansprüche. Das führt zu neuen Vorlieben, Veränderungen im Angebot und zu vielfältigen, innovativen und kreativen Geschäftsmodellen in der Freizeitbranche. In der Freizeitwirtschaft finden sich viele Spezialisten, die Nischen abseits des Mainstreams sehr erfolgreich bedienen und sich flexibel auf Kundenwünsche einstellen. Die Freizeitwirtschaft ist ein immer wichtigerer Standortfaktor gerade für Fachkräfte und Unternehmer geworden und Gradmesser für Bandbreite und Leistungsfähigkeit einer Region. Die MEO-Region muss auch künftig mit einem breiten Angebot im Bereich Freizeit gut aufgestellt sein, um sich im Regionenwettbewerb messen zu können. Die Freizeitwirtschaft kann ihren Teil dazu beitragen, die MEO-Region noch attraktiver zu machen. Spätestens die Kulturhauptstadt 2010 hat bewiesen, dass die MEO-Region und das ganze Ruhrgebiet bereits vielfältige Angebote zu bieten haben; es gibt mittlerweile tatsächlich kaum noch eine Freizeitaktivität, die an der Ruhr nicht möglich ist. Damit dieses Angebotsspektrum weiter zulegen kann, müssen die Rahmenbedingungen am Standort stimmen und die wichtigsten Infrastrukturen trotz knapper öffentlicher Mittel funktionieren. Die Ausgangsbedingungen für weiteres Wachstum und Erfolg der Freizeitbranche bleiben weiterhin gut – und die rund eine Million Einwohner der MEO-Region sorgen mit ihrer Lust auf Unterhaltung, Events und Entspannung für eine kontinuierliche Nachfrage nach Freizeitangeboten und -dienstleistungen. Dirk Grünewald und Dr. Gerald Püchel 01.05.2012 - Beitrag kommentieren |
| +++ Ideen für morgen schmieden +++ Yttrium – das ist keine Figur aus Tolkiens „Herr der Ringe“, sondern ein Metall, das zu den Seltenen Erden zählt. Ein vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Consult entwickelter Rohstoffrisiko-Index setzt es an die Spitze einer Liste von Rohstoffen, für die höchstes Versorgungsrisiko besteht. Verwendet wird der Yttrium in Lasern oder Permanentmagneten, aber auch in Energiesparlampen. Auf der Liste finden sich noch mehr Namen: Niob, Scandium oder Neodym – all diesen Stoffen ist neben ihren eigenartig klingenden Bezeichnungen gemeinsam, dass keine ausreichende Versorgung sichergestellt werden kann und sie gleichzeitig für die deutsche Wirtschaft eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Rohstoffsicherung – das klingt nach abstrakten Problemen bei exotischen Stoffen. Dabei sind zahlreiche kleine und mittelständische Industriebetriebe der MEO-Region, die sich weltweit auf den Märkten behaupten, auf eine sichere und kostengünstige Versorgung angewiesen. Aus Gesprächen wissen wir, dass oftmals nicht der Preis, sondern gerade die Verfügbarkeit ein Problem darstellt. Die IHK-Organisation widmet daher das Jahresthema 2012 dem Schwerpunkt „Energie und Rohstoffe von morgen“. Neben Seltenen Erden spielen selbstverständlich die Energierohstoffe eine überragende Rolle. Gerade ein Jahr nachdem die Energiewende durch die Bundesregierung beschlossen wurde, bleibt immer noch eine ganze Reihe von Fragen offen: Werden wir künftig noch stärker auf Importe im Energiesektor angewiesen sein? Gelingt es, die Stromnetze bei den starken Schwankungen der erneuerbaren Energien stabil zu halten? Verzögern Proteste gegen neue Leitungen oder Windräder vor Ort die in Berlin beschlossene energiepolitische Neuausrichtung? Wie entwickeln sich die Energiepreise? Diese Fragen sind nicht nur für Versorger und Großverbraucher von Interesse. Sie beschäftigen ebenso die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen der MEO-Region. Für vier von zehn Unternehmen in den Städten Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen stellen nach einer aktuellen IHK-Umfrage die Energie- und Rohstoffpreise ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung dar. Die Politik ist gefragt, rasch und zuverlässig Antworten zu geben. Trotz aller offenen Fragen birgt die Energiewende Chancen. Gerade in der MEO-Region bieten Unternehmen mit energieeffizienten Produkten, Dienstleistungen und Verfahren Kompetenzen, mit denen die Energiewende gelingen kann. Darüber hinaus erarbeiten die Betriebe mit ihrem Know-how Lösungen für Herausforderungen, die weltweit einer Antwort bedürfen. Heute schmieden wir nicht nur Stahl, sondern auch die Ideen für morgen. Dirk Grünewald und Dr. Gerald Püchel 01.04.2012 - Beitrag kommentieren |
| +++ Auf Wachstumskurs +++ Das Ruhrgebiet macht seit mehreren Jahrzehnten einen gewaltigen Strukturwandel durch – und dies mit deutlich sichtbarerem Erfolg. Auch die Gesundheitswirtschaft ist dafür ein wichtiges Beispiel: Früher eng verbunden mit der Montanindustrie, ist sie heute mit über 300.000 Beschäftigten maßgeblicher Treiber des Strukturwandels und gehört zu den wichtigen Wachstums- und Innovationsmotoren der regionalen Wirtschaft. Allein in der Stadt Essen sind über 42.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zu verzeichnen: Tendenz steigend. Aber die Gesundheitswirtschaft umfasst nicht nur die stationäre und ambulante Versorgung und Behandlung, sondern erlangt ihre gesamte wirtschaftliche Bedeutung erst unter Einbeziehung der Vor- und Zulieferbereiche und nachgelagerten Branchen. Diese reichen vom Kernspintomografen bis zum seniorengerechten Neu- und Umbau von Wohnungen. Parallel wachsen der Handel mit Gesundheitsprodukten und das Angebot von Dienstleistungsangeboten im Fitness- undWellnessbereich bis zur Ernährungsberatung. Hinzu kommen Forschungs-, Ausbildungs- und Verwaltungseinrichtungen. Die Gesundheitswirtschaft wird zudem maßgeblich durch den demografischen Wandel beeinflusst werden, denn mit zunehmendem Alter steigt die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen. Aber auch der medizinisch-technische Fortschritt und absehbare Fachkräftemangel werden die Expansion der Branche vorantreiben. Die Gesundheitswirtschaft braucht einen funktionierenden Standort, kaufkräftige Kunden bzw. Patienten und passende Rahmenbedingungen, um wirtschaftlich profitabel agieren zu können. Als IHK setzen wir uns intensiv für dieVerbesserung der Standortbedingungen für die Gesundheitswirtschaft ein. Wir verstehen uns u. a. als Ansprechpartner und Begleiter bei Unternehmensgründung und –sicherung, Aus- undWeiterbildung oder bei betrieblichen Fragestellungen. Die IHK kooperiert mit bestehenden Initiativen zur Förderung und Vernetzung der Gesundheitswirtschaft in der Region, hat sich zudem für die Gründung des Vereins MedEcon Ruhr e.V. eingesetzt und ist selbst Mitglied im Förderverein. Das Ruhrgebiet wie auch die MEO-Region haben die Chance, Vorreiter in der Gesundheitswirtschaft zu werden: eben ein gutes Pflaster. Dirk Grünewald und Dr. Gerald Püchel 01.03.2012 - Beitrag kommentieren |
| +++ Energie und Rohstoffe für morgen +++ Die Bundesrepublik Deutschland ist bekanntlich ein relativ rohstoffarmes Land. Daran ändert auch die Tatsache wenig, dass jährlich etwa 800 Mio. Tonnen mineralische Stoffe aus heimischer Produktion gewonnen werden. Insgesamt lässt sich jedenfalls unser Energiebedarf noch nicht einmal zur Hälfte mit Inlandsressourcen decken, bei der Rohstoffversorgung sind wir in vielen Bereichen sogar vollständig auf ausländische Lieferquellen angewiesen. Jahrzehntelang war das im Prinzip auch kein größeres Problem. Energie und Rohstoffe waren auf dem Weltmarkt mehr als ausreichend, vor allem preisgünstig zu haben. Man erinnere sich: Noch im Jahr 1998 kostete ein Barrel Rohöl ganze 10 US-Dollar, heute etwa das Zehnfache. Hinzu treten steigende Belastungen beim Energieverbrauch z. B. in Form von Ökosteuer, KWK-Abgabe, Gesetz über erneuerbare Energien usw. Die jüngsten Beschlüsse zur Energiewende kamen noch „on top“. Es wundert daher nicht, dass die jetzt aktuell vom deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vorgelegten Untersuchungsergebnisse zur Energie- und Rohstoffversorgung verdeutlichen, dass dieses Thema für 86 Prozent aller Betriebe von großer Relevanz ist. Mehr als jeder Zweite befürchtet Stromausfälle und 83 Prozent der Industrieunternehmen sehen in steigenden Rohstoffpreisen ein größeres Problem. Die bundesdeutschen IHKs haben daher das Jahr 2012 unter das Motto „Energie und Rohstoffe für morgen“ gestellt. Durch vielfältige Veranstaltungen und Aktivitäten soll den Unternehmen aufgezeigt werden, wie den schwierigen Herausforderungen begegnet werden kann. Die Wirtschaft ist sich übrigens weitestgehend sicher, dass mit diesen Herausforderungen auch Chancen verbunden sind, die zu Produktinnovationen führen können, mit denen man auf dem Weltmarkt gute Geschäfte machen kann. Voraussetzung wird aber auf jeden Fall sein, dass die Politik verlässliche Rahmenbedingungen und langfristige Planungssicherheit schafft. Starre Vorgaben werden dabei von den Unternehmen abgelehnt, vielmehr ist eine gemeinsame Zielvereinbarung mit der Politik bei eigenverantwortlichem Handeln der Wirtschaft gewünscht. Dann kann auch die Energiewende gelingen und die Rohstoffversorgung gesichert werden! Dirk Grünewald und Dr. Gerald Püchel 01.02.2012 - Beitrag kommentieren |
| +++ Mut zur Selbstständigkeit +++ Dirk Grünewald und Dr. Gerald Püchel 01.10.2011 - Beitrag kommentieren |
| +++ CSR – Eine Idee mit Tradition +++ Das, was heute mit dem Schlagwort Corporate Social Responsibility (CSR, dt.: gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen) beschrieben wird, ist keine wirklich neue Idee. Schon seit etwa dem 12. Jahrhundert wird der Begriff des ehrbaren Kaufmanns verwendet. Darunter versteht man Eigenschaften wie bspw. Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Fleiß und Weitblick. In einem weiteren Sinn wird aber auch die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern, der Umwelt oder den Kunden darunter gefasst. Unternehmen übernehmen Verantwortung – und zwar allein durch ihre betriebliche Aktivität. Sie bieten Arbeitsplätze und sichern somit Auskommen und Lebensunterhalt ihrer Mitarbeiter. Jugendlichen wird mit einer Ausbildung eine berufliche Perspektive geboten. Die Betriebe bringen innovative Produkte auf den Markt, die den Wohlstand und das Fortkommen unserer Gesellschaft sichern. Durch Gewerbesteuern leisten sie einen erheblichen Beitrag zur finanziellen Ausstattung der Kommunen. Eigentlich schon eine ganze Menge, die da geleistet wird. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Unternehmen darüber hinaus in vielerlei Hinsicht Verantwortung übernehmen. Sei es durch die Einrichtung einer Kindertagesstätte, das Sponsoring einer Fußballmannschaft oder die Förderung von Kunst und Kultur. Einige Beispiele aus dem IHK-Bezirk stellen wir in dieser Ausgabe vor. Gerade vor dem Hintergrund der leeren öffentlichen Kassen könnte Vieles ohne dieses Engagement nicht realisiert werden. Dabei muss aber ganz klar sein: Die Wirtschaft kann nicht Aufgaben des Staates übernehmen. Jegliches Engagement entspringt der Freiwilligkeit und der eigenen Entscheidung eines Unternehmens. Nur so gewinnt es auch Glaubwürdigkeit. Viele Unternehmen weisen in Gesprächen daher auch immer darauf hin, dass nur die Freiwilligkeit das weitere gesellschaftliche Engagement sichert. Nur wenige Unternehmen werben mit ihrem Einsatz. Umso mehr tun wir gut daran, dieses Engagement zu würdigen und nicht als selbstverständlich abzutun. Denn die Betriebe leisten damit einen eigenen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben. Welche Bedeutung dem sozialen Frieden zukommt, konnten wir in den letzten Wochen in den Nachrichten verfolgen. Diesen zu bewahren, kann nur durch einen Schulterschluss aller gesellschaftlichen Gruppen gelingen. Die Wirtschaft hat dies verstanden und handelt – im Bewusstsein guter Tradition. Dirk Grünewald und Dr. Gerald Püchel 01.09.2011 - Beitrag kommentieren |
| Ausbildung – der bewährte Klassiker Das Ausbildungsjahr 2011 scheint nach unserer Zwischenbilanz Ende Mai sehr erfolgreich zu verlaufen. Die IHK zu Essen kann bereits heute ein Eintragungsplus von über 13 Prozent gegenüber 2010 verzeichnen; eine Größenordnung, in der auch der Landesdurchschnitt Dirk Grünewald und Dr. Gerald Püchel 01.07.2011 - Beitrag kommentieren |
| +++ Umweltzonen: „Hausgemachte“ Verschärfungen von EU-Vorgaben +++ Die IHK hat sich als kompetenter Gesprächspartner zum Thema Wirtschaftsverkehr in den vom Landesumweltministerium initiierten Konsultationsgesprächen zur Fortschreibung des Luftreinhalteplanes für das Ruhrgebiet klar positioniert. Die Wirtschaft ist mit Blick auf die Luftqualität im Ruhrgebiet bereit, ihren Beitrag zur weiteren Verbesserung der Lebensbedingungen und damit auch zur weiteren Attraktivitätssteigerung des Wirtschaftsstandortes zu leisten. Die durch die Umweltzonen (im Wesentlichen Fahrverbotszonen!) ausgelöste Einschränkung der Mobilität ist nach Auffassung der IHK aber allenfalls dort zu rechtfertigen, wo es sich um eine hochwirksame, in der Regel kleinräumige Maßnahme handelt. Die geplante stufenweise Verschärfung der Einfahrtbedingungen in die Umweltzonen ist nur vertretbar, sofern die Wirtschaft ausreichend Zeit für die Umstellung der Fuhrparke erhält. Bereits die Erfahrungen mit den bisherigen Umweltzonen im Ruhrgebiet haben gezeigt, dass bei zu ambitionierter Fristsetzung weitreichende Ausnahmetatbestände erforderlich sind, um nicht eine Vielzahl kleiner und mittelständischer Betriebe der Existenzgefährdung auszusetzen. Der Ausschluss von Fahrzeugen mit gelber Plakette in den Umweltzonen sollte deshalb nach IHK-Auffassung frühestens im Jahr 2015 erfolgen. Die Bezirksregierungen in Düsseldorf, Arnsberg und Münster erstellen jetzt den Entwurf des neuen Luftreinhalteplans für das Ruhrgebiet. Dieser wird ab Ende Juni einen Monat lang öffentlich ausgelegt und ist dann auch auf der IHK-Internetseite einsehbar. Betroffenen Unternehmen raten wir dringend, im Rahmen des Beteiligungsverfahrens ihre Bedenken einzubringen. Übrigens: Die EU gibt nicht vor, Umweltzonen einzurichten oder sogar zu verschärfen, wie oft behauptet wird. Und von Fahrverboten ist schon gar nicht die Rede, auch wenn die EU-Grenzwerte für Feinstaub (PM10) und insbesondere Stickstoffdioxid (NO2) zurzeit noch nicht überall eingehalten werden können. Der enorme Veränderungsdruck für die Unternehmen durch Umweltzonen, Luftreinhalteplanung und Lärmaktionspläne ist also zu einem großen Teil „hausgemacht“. Die IHK beobachtet diese Entwicklung mit großer Sorge. Damit es nicht zu massiven Standortnachteilen für die MEORegion kommt, fordert die IHK von den Kommunen noch mehr „Augenmaß“ bei Maßnahmen vor Ort. Dirk Grünewald und Dr. Gerald Püchel 01.06.2011 - Beitrag kommentieren |
| +++ Industrie braucht Energie +++ Unsere Wirtschaft steht wieder unter Dampf. Nach einem in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beispiellosen Absturz der Wirtschaftsleistung hat sie sich Schritt für Schritt vorgearbeitet und mittlerweile nahezu das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Haupttreiber dieser guten Entwicklung war und ist die Industrie, die mit ihren weltweit gefragten Erzeugnissen den Aufschwung erst ermöglicht hat. Nachbarländer in der Europäischen Union, deren Anteil des Produzierenden Gewerbes an der Wertschöpfung deutlich geringer ausfällt, haben es längst bemerkt: Die Wirtschaftskraft und die Wachstumschancen eines Landes liegen zu einem wesentlichen Teil in einer starken und innovationsfreundlichen Industrie – eigentlich keine Überraschung, leitet sich doch der Begriff vom lateinischen industria = Betriebsamkeit, Fleiß, ab - Eigenschaften, die der deutschen Wirtschaft zur Weltgeltung verholfen haben. Beginnend mit dieser Ausgabe wollen wir Ihnen im Übrigen die wichtigsten Industriezweige der MEO-Region in monatlicher Folge vorstellen. Dabei wird deutlich werden, dass der überwiegende Teil der industriellen Produktion hier mittlerweile aus kleinen und mittleren Unternehmen – vielfach Markt- oder sogar Weltmarktführer ihrer Branche – stammt. Allerdings mangelt es nicht an Bedrohungen für eine weitere gedeihliche Entwicklung. So rückt der Fachkräftemangel für viele Unternehmen bereits wieder ins Blickfeld, vor allem aber existiert eine tiefe Besorgnis über die Energie und Rohstoffpreise; sieben von zehn Industrieunternehmen bezeichneten dies in der kürzlich durchgeführten IHK-Umfrage als größtes Konjunkturrisiko. Weitere Unruhe ist durch die aktuellen energiepolitischen Diskussionen entstanden. Die dabei auftauchenden Überbietungswettbewerbe der Parteien für einen schnellen Ausstieg aus der Kernenergie geben verstärkt Anlass zur Sorge. Schließlich verbraucht das Produzierende Gewerbe in unserem Lande etwa 50 Prozent des Stroms und gerade für energieintensive Industrien wie etwa die Aluminiumproduktion und die Chemie sind höhere Strompreise nicht zu schultern. Wollen wir nicht ohne Not unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel setzen, sind wir gut beraten, ein energiepolitisches Konzept „aus einem Guss“ aufzustellen. Hierbei muss aber neben der Versorgungssicherheit und dem Klimaschutz die Kostensituation zumindest gleichgewichtig behandelt werden. Wichtig wird auch sein, den Bürgerinnen und Bürgern rechtzeitig zu verdeutlichen, dass ein schneller Verzicht auf Kernenergie mit anderen Belastungen verbunden sein wird – neben den finanziellen z. B. auch mit mehr Windparks, Ausbauflächen für Biomasse und vor allem mit Höchstspannungs-Überlandleitungen und Speicherbauwerken. Eine wirtschaftspolitische Aufgabe, die Energie verlangt! Dirk Grünewald und Dr. Gerald Püchel 01.05.2011 - Beitrag kommentieren |
| +++ Bewegende Zeiten +++ In einer Ausgabe, die sich mit dem internationalen Geschäft befasst, können die aktuellen Geschehnisse in Japan nicht unerwähnt bleiben. Ein hochtechnologisiertes Industrieland wurde von den Naturgewalten massiv getroffen – und mit ihm seine Menschen. Als Zeichen der Verbundenheit mit Japan möchten wir auch an dieser Stelle unsere tiefe Betroffenheit zum Ausdruck bringen. Die dadurch hervor gerufenen Sachschäden belaufen sich auf die mit Abstand höchsten, die ein Einzelereignis bisher weltweit verursacht hat. Noch nicht überschaubar sind die Auswirkungen der havarierten Kernkraftwerke, die zwar auf Erdbeben und Tsunamis ausgelegt waren, allerdings nicht für eine solche Stärke. Auch in diesen bewegenden Zeiten kommen wir nicht umhin, die herausragende Bedeutung des Auslandsgeschäftes zu unterstreichen. Die konjunkturelle Entwicklung 2011 zeigt einmal mehr, dass der wirtschaftliche Aufschwung ganz wesentlich von den Exporterfolgen der Unternehmen bestimmt wird. Doch ist das Auslandsgeschäft keinesfalls ein Selbstläufer. Es bedarf der systematischen Vorbereitung und kontinuierlichen Pflege sowie der Orientierung im gesamtwirtschaftlichen Kontext. Die IHK zu Essen ist – wie auch die übrigen 15 IHKs in NRW – „erste Adresse“ in Fragen des internationalen Geschäftes. Grund genug, das Titelthema dieser Ausgabe der Außenwirtschaft und wichtigen Netzwerkpartnern zu widmen - unter dem Motto „Auf zu neuen Märkten“. Als NRW-Schwerpunktkammer für die lateinamerikanischen Märkte im Mercosur-Raum haben wir dabei Brasilien besonders im Blick. Zugleich setzt sich die IHK dafür ein, die MEO-Region international als bedeutenden Standort zu vermarkten. Dabei spielt die Messe Essen eine wichtige Rolle für die Wahrnehmbarkeit und das Image dieser Wirtschaftsregion – vor allem auch weltweit. Sie nimmt die Aufgabe, den Fokus der internationalen Wirtschaft auf Essen zu lenken, seit Jahrzehnten dauerhaft und nachhaltig wahr und muss dies auch weiterhin leisten können. Diese erheblichen wirtschaftlichen Effekte wurden bereits durch ein fundiertes ifo-Gutachten nachgewiesen – wir müssen jetzt nicht die Jagd auf immer wieder neue Gutachten eröffnen. Die Fakten liegen seit langem professionell aufbereitet auf dem Tisch, sind den Entscheidungsträgern bekannt und mit ihnen gemeinsam aufbereitet worden. Mit großer Sorge beobachten wir daher die gegenwärtige politische Diskussion um die Zukunft der Messe Essen. Denn es besteht dringender Handlungsbedarf. Auch die A 52 bewegt uns. Seit mehreren Jahrzehnten existieren schon Planungen zum Lückenschluss. Aktuell wird dieses wichtige Verkehrsprojekt allerdings wieder kontrovers diskutiert. Die IHK hat deshalb die Initiative „JA 52 – Essen braucht den Lückenschluss“ ins Leben gerufen. Unser Ziel ist es, für die Umsetzung des Projekts zu werben und Unterstützer zu mobilisieren. Es muss uns gelingen, dass aus Stillstand Bewegung wird. Denn eine vitale Region mit internationalem Anspruch benötigt eine funktionierende Infrastruktur. Dirk Grünewald und Dr. Gerald Püchel 01.04.2011 - Beitrag kommentieren |
| +++ Es gibt viel zu tun… +++ Bereits zum dritten Mal in Folge können die Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet den Konjunkturbericht „Ruhrlage“ mit erfreulichen Ergebnissen vorlegen: Die wirtschaftliche Erholung, die sich bereits im Frühjahr 2010 angedeutet hat, setzt sich weiter fort. Aktuell berichten 40 Prozent der befragten Unternehmen im Ruhrgebiet von einer guten Lage. Jeder dritte Betrieb blickt optimistisch in die Zukunft. Treiber dieser Entwicklung ist weiterhin der Export. Aber auch die Binnennachfrage entwickelt sich immer mehr zu einer Stütze der Konjunktur. Erfreulicherweise zieht sich die positive Konjunktureinschätzung durch alle Wirtschaftsbereiche. Alles in bester Ordnung also? Leider nicht. Es bleiben weiterhin Risiken auf dem Weg: Neben steigenden Energie und Rohstoffpreisen sowie der künftigen Entwicklung der Binnennachfrage werden vor allem die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Unwägbarkeiten genannt. Es muss klar sein, dass die gute konjunkturelle Entwicklung kein Selbstläufer ist. Sie hängt vielmehr davon ab, welche Bedingungen die Unternehmen am Standort vorfinden: Wirft man ihnen Stöcke zwischen die Beine oder macht man den Weg frei? Ein Startschuss wäre wichtig, von dem das Signal ausgeht: Ja, wir bewegen etwas in dieser Region. Hier herrscht keine Koalition der Verhinderer, sondern ein breit aufgestelltes Bündnis der Gestalter. Leider drängt sich in den letzten Wochen der Eindruck auf, dass die Politik aus Diskussionen wie über Stuttgart 21 vor allem eines gelernt hat: Überall dort, wo ihr Gegenwind droht, bewegt sie sich nicht mehr. Schwierige Themen werden lieber liegengelassen, als dass man sich die Mühe macht, sie aufzugreifen und zu erklären. Dabei gibt es genug Aufgaben, die nun angegangen werden müssten – auch in der MEO-Region: Bei der A 52 sollte die Politik nun mit einem klaren Bekenntnis zum Lückenschluss Flagge zeigen – auch in Richtung Bundespolitik. Gewerbeansiedlungen sollten nach Kräften unterstützt und entsprechende Flächen ausgewiesen werden. Denn sie bedeuten letztendlich Wachstum und Wohlstand für die Region. Gewerbegebiete sollten mit einem schnellen Breitbandnetz versorgt werden. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die jedoch noch nicht überall realisiert ist. Letztlich müssen die Haushalte der Kommunen konsequent angegangen werden. Denn trotz steigender Einnahmen über die Gewerbesteuer reicht es weiterhin vorne und hinten nicht. Es bleibt also viel zu tun. Als IHK stehen wir gerne für Aktionen bereit, um die Wirtschaft und die Region weiter nach vorne zu bringen. Wir sollten gemeinsam nach Lösungen suchen, Projekte auf den Weg bringen und sagen: Packen wir es an! Dirk Grünewald und Dr. Gerald Püchel 01.03.2011 - Beitrag kommentieren |
| +++ Durch Ausbildung Fachkräfte finden! +++ in 2010 erneut erheblich in die berufliche Ausbildung investiert. Die Zahl der neuabgeschlossenen Ausbildungsverträge lag mit 4.231 Ende November wieder auf dem Niveau von 2008, dem Jahr vor dem wirtschaftlichen Einbruch. Dies ist genau der richtige Weg, um sich für die Zukunft zu wappnen. Denn die Zahl der Schulabgänger und damit der potenziellen Ausbildungsplatzbewerber wird nach dem doppelten Abiturientenjahrgang 2013 stark zurückgehen. Die Unternehmen sollten 2013 daher als Chance nutzen, um und möglichst viele Schulabgänger mit allgemeiner Hochschulreife oder Fachhochschulreife für eine betriebliche Berufsausbildung zu begeistern. Die jungen Menschen, die mit der Fachoberschulreife die Schule verlassen, sind auch dann als Auszubildende interessant, wenn sie nicht immer besonders gute Leistungen im Zeugnis aufweisen. Viele dieser Jugendlichen sind nur schulmüde, jedoch erwachen ihre Talente in einer praktischen Ausbildung. Angesichts sinkender Schülerzahlen werden wir es uns zukünftig nicht mehr leisten können, dass etwa 20 Prozent der 15-Jährigen Schüler laut PISA-Studie nur auf Grundschulniveau Lesen, Schreiben und Rechnen können. Mangelnde Ausbildungsreife verhindert die Besetzung von Ausbildungsplätzen. Hier muss weiter frühzeitig in den Schulen angesetzt werden. Die Betriebe können diese Jugendlichen zu mehr Anstrengungen durch das Aufzeigen beruflicher Perspektiven motivieren. Zudem werden die Talente von jungen Menschen mit Migrationshintergrund noch nicht ausreichend genutzt. Die Unternehmen müssen junge Migranten noch mehr als bisher in das Ausbildungs- und Beschäftigungssystem aufnehmen, um die Fachkräftelücke kleiner zu halten. Außerdem erfüllen die Unternehmen hier eine eminent wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe. Gern gesehen sind natürlich leistungsstarke Schulabgänger. Mit ihnen können die Unternehmen „Ausbildung plus“ fahren: Ausbildung mit integrierter Zusatzqualifikation, Weiterbildung oder Studium. Fachkräftesicherung ist das Zukunftsthema. Heute können wir entscheiden welche Entwicklung wir wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch nehmen. Dirk Grünewald und Dr. Gerald Püchel
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