Überblick zum geplanten EU-Austritt Großbritanniens

Großbritannien - Brexit

Es bleibt weiter ungewiss, wie und wann genau der Austritt Großbritanniens aus der EU ablaufen wird. Dies verschärft die bereits große Planungsunsicherheit in der Wirtschaft.
Sollte der befürchtete Fall des ungeordneten, harten Brexits eintreten, so verlässt das Vereinigte Königreich die EU ohne Übergangsphase und ohne Abkommen. Einige Konsequenzen sind Zollkontrollen, auch an der Grenze zwischen Nordirland und Irland, sowie Einfuhrzölle basierend auf dem WTO-Status. Es sollte mit erheblich mehr bürokratischen und Zeitaufwand gerechnet werden.
Dennoch bestehen Möglichkeiten, um Ihr Unternehmen auf die neuen Bedingungen einzustellen, insbesondere bezüglich Warenverkehr, Verträge, Lieferketten, Präferenznachweisen und Anzeigepflichten. 
Einige Informationen haben wir nachfolgend für Sie zusammengestellt. Bei Fragen sprechen Sie uns an!

Checkliste

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat ein Online-Tool entwickelt. 18 Themenfelder bieten Ihnen Orientierung, wo in Ihrem Unternehmen noch Anpassungsbedarf besteht, u.a. für diese Bereiche:
  • Warenverkehr
  • Transport
  • Finanzdienstleistungen/Versicherungen
  • Personal und Bildung
  • Verträge
  • Gewerbliche Schutzrechte
  • Steuern
  • Gesellschaftsrecht
  • REACH

Glossar

Wissen Sie, was es mit dem Chequers Plan auf sich hat? Wer die DExEU ist oder wer in der Article 50 Task Force sitzt?
Diese und viele weitere mit dem Brexit verknüpften Ausdrücke können Sie in dem Glossar (PDF, 386.9 kB) nachschlagen, das der DIHK ausgearbeitet hat. Die Veröffentlichung enthält zudem die zentralen Daten zum EU-Austritt Großbritanniens. Sie wird im weiteren Verlauf der Verhandlungen stetig ergänzt und aktualisiert.
© DIHK

IHK-Unternehmensbarometer zur Europawahl 2019

Brexit-Sonderauswertung veröffentlicht - 85 Prozent der Unternehmen sind gegen neue Brexit-Zugeständnisse 

Trotz der Zitterpartie um den Brexit ist den Unternehmen eine klare und geschlossene Haltung der 27 EU-Staaten wichtiger als weitere Zugeständnisse an die ausstiegswilligen Briten. 85 Prozent der Betriebe in Deutschland geben an, der Zusammenhalt der EU und der Binnenmarkt dürften durch den Brexit-Deal nicht gefährdet werden, selbst wenn der eigene Handel mit dem Vereinigten Königreich Schaden nimmt.
Die Auswertung der Antworten von bundesweit knapp 1.800 Unternehmen im Rahmen einer  Umfrage vom 1.-10. März 2019 finden im Downloadbereich .

Brexit-Sonderauswertung der Umfrage “Going International”

Rund 1.500 Unternehmen, die mit dem Vereinigten Königreich geschäftlich in Verbindung stehen, haben an der Umfrage teilgenommen. Die wesentlichen Ergebnisse (zusammengefasst in der )  lauten: 

Der Belastung für Unternehmen

Die Sorgen mit Blick auf die weitere Entwicklung sind groß: 70 Prozent der Unternehmen erwarten 2019 eine Verschlechterung ihrer Geschäfte mit Großbritannien.
Einige Unternehmen ziehen bereits Konsequenzen. Jedes 8. Unternehmen mit UK-Geschäft plant aktuell eine Verlagerung seiner Investitionen auf andere Märkte. Investitionsverlagerungen aus UK gehen größtenteils nach Deutschland und in andere EU-Länder.

Sorgen vor Zöllen und rechtlicher Unsicherheit groß

Eine konkrete Vorbereitung im Unternehmen ist weiterhin nur begrenzt möglich. Für mehr als die Hälfte der Unternehmen sind die konkreten Auswirkungen des Brexits weiterhin unklar.
Dreiviertel der Unternehmen sorgen sich vor zusätzlicher Zollbürokratie. Daneben bilden höhere Kosten für Zölle und Einfuhrsteuern sowie die rechtliche Unsicherheit die größten Risikofaktoren.
Insbesondere KMU stehen vor kostenintensiven Herausforderungen. Ein harter Brexit würde zu Mehrbelastungen durch die zusätzliche Zollbürokratie sowie die Zahlung von Zöllen in Milliardenhöhe führen.

DIHK-Brexit-Newsletter

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) berichtet auf einer Brexit-Sonderseite über die bisherigen Ereignisse, die nun folgenden Schritte und hält Sie mit einem Brexit-Newsletter auf dem Laufenden.

Informationen des BMWi

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bietet  Informationen zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union an. Neben einem Überblick über die aktuellen Wirtschaftsbeziehungen mit Großbritannien werden mögliche Auswirkungen für Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger beleuchtet.

Zoll

Welche Änderungen im Warenverkehr können auf die Unternehmen zu kommen? Mit welchen neuen Anforderungen könnte die Wirtschaft konfrontiert werden? Der Zoll hält Sie auf dem Laufenden.

Exportkontrollrecht

Aus exportkontrollrechtlicher Sicht hätte ein Brexit ohne Austrittsabkommen zur Folge, dass Lieferungen in das Vereinigte Königreich (England, Nordirland, Schottland und Wales) als Ausfuhren, und nicht mehr als Verbringungen, anzusehen wären. Hierdurch würden neue Genehmigungsplichten entstehen. Insbesondere im Zusammenhang mit:
  • Dual-Use-Gütern,
  • bestimmten Feuerwaffen nebst entsprechender Munition und Wiederladegeräte,
  • Gütern, welche von der Anti-Folter-Verordnung erfasst werden, als auch
  • Handels- und Vermittlungsgeschäften, sowie
  • der Technischen Unterstützung.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) informiert zu exportkontrollrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit dem Brexit (ohne ein Austrittsabkommen).
Zudem informiert die britische Seite ebenfalls zu den exportkontrollrechtlichen Auswirkungen eines Brexit ohne Austrittsabkommens auf der Internetseite der Exportkontrolleinheit des Department for International Trade. 

Hinweise für einzelne Wirtschaftssektoren

Die Europäische Kommission veröffentlicht fortlaufend technische Mitteilungen zu einzelnen Sektoren, damit Wirtschaftsteilnehmer sich rechtzeitig auf den Austritt des Vereinigten Königreichs am 30. März 2019 vorbereiten können. Die Mitteilungen sind an einer Stelle gebündelt auf der Website der Kommission zu finden.

Marktanalysen und Geschäftspraxistipps

Informationen über die aktuelle Situation in Großbritannien, mögliche Auswirkungen eines Austritts, Konjunkturberichte und weitere Themen hat die Germany Trade and Invest (gtai) auf einer Sonderseite zusammengetragen.
Wir werden Sie an dieser Stelle über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten.