23.03.2017

IHK-Vollversammlung beschließt „Aktionsplan Ausbildung 2017“

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) – das höchste Organ der IHK – hat in ihrer Frühjahrssitzung den „Aktionsplan Ausbildung 2017“ beschlossen. Hintergrund dafür ist, dass bereits zum dritten Mal in Folge ein Rückgang an eingetragenen Ausbildungsverträgen zu verzeichnen ist. Im Vergleich zum Jahr 2013 beträgt dieser über 10 Prozent beim Abschluss des Ausbildungsjahres 2016.
„Die betriebliche Ausbildung und die Angebote an Ausbildungsplätzen sollen gesteigert werden. Denn Ausbildung ist und bleibt die beste Vorsorge vor Fachkräfteengpässen“, erläutert IHK-Präsidentin Jutta Kruft-Lohrengel ein wesentliches Ziel des Aktionsplans. Dass die Fachkräftesicherung für Unternehmen immer mehr in den Mittelpunkt rückt, zeigt die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage: Mehr als 40 Prozent der Unternehmen sehen im Fachkräftemangel ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Zudem soll mit dem Aktionsplan ein politisches Signal gesetzt werden. „Die Wirtschaft in der MEO-Region steht zur betrieblichen Ausbildung und macht sich für sie stark“, betont die IHK-Präsidentin.
Mit dem Aktionsplan hat die Vollversammlung - in Ergänzung zu den ohnehin stattfindenden IHK-Aktivitäten - fünf zusätzliche Maßnahmen beschlossen: Dazu gehört der Einsatz von Lehrstellenakquisiteuren mit dem Ziel, Unternehmen zu motivieren, auszubilden bzw. mehr auszubilden. Ergänzend werden potenzielle Ausbildungsbetriebe über ein Callcenter telefonisch kontaktiert, um für Ausbildung zu werben. Bei Bedarf vereinbart das Callcenter Besuche der IHK-Ausbildungsberater bzw. vermittelt Kontakt zu den IHK-AzubiMachern. „Mit beiden Maßnahmen möchten wir verstärkt die Unternehmen erreichen, die nicht bzw. nicht mehr ausbilden“, so die Präsidentin.
Die dritte Maßnahme konzentriert sich darauf Jugendliche und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen. Die IHK veranstaltet deshalb am 19. Mai 2017 – zusätzlich zum jährlich im Februar stattfindenden regulären Azubi-Speed-Dating - ein „Last-Minute-Azubi-Speed-Dating“.
Flankiert werden diese Aktivitäten von einer Artikel-Serie in der IHK-Zeitschrift „MEO“, in der Firmen als Best-Practice-Beispiele für betriebliche Ausbildung vorgestellt werden. Als fünfte Maßnahme wird am IHK-Gebäude großflächig Werbung angebracht, um auch buchstäblich ein plakatives Signal für betriebliche Ausbildung zu setzen.
Abschließend appelliert Kruft-Lohrengel an alle Unternehmen in Mülheim an der Ruhr, Essen und Oberhausen: „Bilden Sie aus und sichern Sie schon heute die Fachkräfte von morgen.“
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