Presse/Publikation

IHK zum Türkei-Referendum

Zum Ausgang des Türkei-Referendums teilt die Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) mit, dass über die Auswirkungen zurzeit nur spekuliert werden kann. Entscheidend wird sein, wie sich die Türkei vor allem wirtschaftspolitisch in Zukunft aufstellt. Dies hat die deutsch-türkische Industrie- und Handelskammer – die deutsche Auslandshandelskammer (AHK) mit Sitz in Istanbul – auf Nachfrage der IHK unterstrichen.
„Für die Wirtschaft in der MEO-Region ist der türkische Markt nicht unbedeutend“, betont Veronika Lühl, stv. IHK-Hauptgeschäftsführerin und zuständig für den Bereich International. Aktuell haben rund 3.000 im Handelsregister eingetragene NRW-Unternehmen Wirtschaftsbeziehungen zur Türkei, in der MEO-Region sind es gut 150.
Nach Mitteilung der AHK schlagen schlechtere Wirtschaftsdaten auch auf das Geschäft der deutschen Unternehmen durch. 2016 wurden allein in den gewerblichen Branchen Waren im Wert von rund 7,8 Milliarden Euro NRW-weit bzw. geschätzt rund 460 Millionen Euro in der MEO-Region mit der Türkei gehandelt. Die Exporte in die Türkei nahmen bereits 2016 spürbar ab (-13 Prozent), während die Importzahlen ein deutliches Plus (13 Prozent) aufwiesen. In der MEO-Region dürften die Bereiche Maschinenbau, Chemie und Elektrotechnik von der rückläufigen Exportentwicklung am meisten betroffen sein, so Lühl.
Angesichts der grundsätzlichen Attraktivität des Marktes wird von deutschen Unternehmen vor Ort signalisiert, dass sie durchhalten wollen und auf bessere Zeiten setzen, so die AHK. Allerdings deutet eine geringere Anfrageintensität bei der AHK darauf hin, dass aktuell weniger deutsche Unternehmen überlegen, jetzt neu in den türkischen Markt einzusteigen.
Insgesamt lautet die Botschaft der AHK: Aufgrund der geostrategischen Lage und angesichts der demographischen Konstellationen – die Türkei ist ein junges Land mit wachsender Bevölkerung – bietet die Türkei mittel- und langfristig gute Perspektiven auch für deutsche Unternehmen.