Kooperationsveranstaltung der IHKs im Ruhrgebiet mit dem AGAD

Erster Großhandelstag Ruhr zog 280 Teilnehmer nach Essen

In ihrer Begrüßung betonte Kruft-Lohrengel insbesondere die Relevanz des Großhandels für die Wirtschaft. Mit rund 15.000 Unternehmen hat der Großhandel eine enorme Bedeutung für die Wirtschaft im Ruhrgebiet; auf Bundesebene sind es über 150.000 Betriebe. Alle zusammen beschäftigen etwa 1,8 Millionen Arbeitnehmer und sind damit drittgrößter Arbeitgeber. Mehr noch: Mit einem Warenumsatz von 1,2 Billionen Euro werden fast zwei Drittel des gesamten Handelsumsatzes erwirtschaftet. „Grund genug, dieser Branche mit dieser Veranstaltung eine größere fachliche und öffentlichkeitswirksame Plattform zu bieten“, so Kruft-Lohrengel. Digitalisierung sei das Gebot der Stunde. Der „klassische“ Großhändler, der sich nicht oder nicht ausreichend mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzt, gefährde nichts weniger als seine Existenz.
„Unsere Branche steht vor einer großen Herausforderung! Neue Wettbewerber und die digitale Technik verändern das Umfeld für den deutschen Großhandel nachhaltig“, sagte Dreske. Teile der traditionellen Wertschöpfungskette würden durch die Digitalisierung schlichtweg obsolet. Gewinner dieser Entwicklung seien Plattformkonzepte, die den Zugang zum Kunden haben und sich diesen teuer bezahlen lassen. Die derzeit noch niedrige Zahl an B2B Shops in Deutschland zeige, dass die digitale Kompetenz im Mittelstand noch ausbaufähig sei, so Dreske.
„Wir Händler müssen mehr Innovationen wagen und in neue Ideen investieren. Das funktioniert aber nur, wenn wir zunächst einen Wandel in der Kultur unserer Unternehmen und von uns selbst schaffen“, erklärte auch Dr. Holger Bingmann, neu gewählter Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. Diese Entwicklung müsse von Inhabern oder anderen leitenden Personen ausgehen. Jedes Unternehmen benötige eine individuelle Strategie für die digitale Welt, die letztlich einen spürbaren Mehrwert für den Kunden liefern müsse, so Bingmann.  
Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Andreas Pinkwart sagte: „Die Digitalisierung stellt das traditionelle Geschäftsmodell des Großhandels in Frage. Darauf müssen die Unternehmen reagieren, indem sie digitale Potenziale erkennen und heben. Die Landesregierung will dafür die optimalen Rahmenbedingungen schaffen: Neben einer flächendeckenden Gigabit-Netzinfrastruktur gehören dazu auch Maßnahmen zum Bürokratieabbau, die intensive Förderung von innovativen Start-ups und eine enge Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft.“
Der 1. Großhandelstag Ruhr bot mit Vorträgen, Best-Practice-Beispielen und lebhaften Podiumsdiskussionen den Teilnehmern eine gute Gelegenheit, zukunftsrelevante Fragen zu erörtern. Namhafte Referenten aus der Praxis berichteten über den Umgang mit Smart Data und Künstlicher Intelligenz sowie ihren praktischen Erfahrungen auf dem Weg in die digitale Zukunft. Darüber hinaus stellten vier erfolgreiche Start-ups ihre innovativen Geschäftsmodelle im Großhandel vor.
Die begleitende Ausstellung zur Veranstaltung – u. a. mit Anbietern von IT-Lösungen – war ebenfalls sehr gut besucht. 
Bildquelle: Björn Schreiber/marcellini
BU 1:
Freuten sich über das große Interesse am 1. Großh@andelstag Ruhr (v. l.): Dr. Oliver K.-F. Klug, AGAD-Hauptgeschäftsführer, Veronika Lühl,  stv. Hauptgeschäftsführerin IHK zu Essen, Dr. Holger Bingmann, BGA-Präsident, Jutta Kruft- Lohrengel, Präsidentin IHK zu Essen, und René Dreske, AGAD-Vorsitzender.
BU 2:
Die Essener Kreuzeskirche stand ganz im Zeichen des 1. Großh@ndelstag Ruhr.