06.12.2017

IT-Sicherheitstag 2017 der NRW-IHKs zeigt Trends und Lösungen für den Mittelstand auf

Bereits zum fünften Mal fand der IT-Sicherheitstag NRW unter der Schirmherrschaft der IHK NRW statt. Über 400 Teilnehmer kamen im Colosseum in Essen zusammen, um sich über Trends und Maßnahmen gegen Cyberkriminalität zu informieren und konkrete Tipps und Hilfestellung zum Thema Daten-, Informations- und IT-Sicherheit zu erhalten. Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer der IHK NRW, stellte fest: „Durch die stetige Digitalisierung nimmt die aktuelle Bedrohung durch Cyberkriminelle immer mehr zu und die Angreifer werden dabei immer professioneller. Die Zeiten, in denen man virenverseuchte Mails an kryptischen Mailadressen, Tippfehlern oder frei gestaltetem Satzbau erkennen konnte, sind vorbei. Eine gut organisierte Informationssicherheit verringert die Anzahl von Schwachstellen und begrenzt so mögliche Schäden für die Unternehmen.“
Die sichere Digitalisierung der Wirtschaft zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. „Das Thema IT-Sicherheit und firmeninternes Know-how rücken für die Betriebe immer mehr in den Fokus“, betont Dr. Gerald Püchel, Hauptgeschäftsführer der gastgebenden IHK zu Essen. „Fälle von elektronischer Erpressung, bei denen Unternehmensdaten durch Schadsoftware verschlüsselt werden und anschließend Geld gefordert wird, treten immer häufiger auf. Von der Sicherheit ihrer Daten hängt - insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen - nicht zuletzt deren Existenz ab.“
In den Impulstalks zu Beginn des Sicherheitstages wurde bereits deutlich, dass das Risiko eines Cyberangriffs stärker ins Bewusstsein der Nutzer rücken müsse. Denn schon mit geringen Maßnahmen lasse sich der Schutz der eigenen Infrastruktur erheblich steigern. Peter Vahrenhorst, Cybercrime-Kompetenzzentrum LKA NRW, zeigte anhand vieler Beispiele wie professionell die Angriffe mittlerweile seien und dass es wichtig sei, insbesondere bei E-Mails, genau hinzuschauen. Auch gute EDV-Systeme filtern nicht alle Schad-Mails heraus. Er appellierte an die Unternehmen, ein Notfallmanagement zu erarbeiten, es auszudrucken und in Papierform parat zu halten.
Dr. Hans-Georg Häusel, Diplom-Psychologe und Neuromarketing-Experte, gewährte den Teilnehmern einen Blick in die Hirnforschung: Die unterschiedlichen Systeme und kognitiven Bereiche im Gehirn seien entscheidend dafür, wie sicherheitsbewusst ein Mensch sei und wie er mit Risiken umgehe. Viele Entscheidungen fielen unbewusst und seien emotional gesteuert.
Der IT-Sicherheitstag NRW bot vor allem mittelständischen Unternehmen Lösungen an, um den Datenschutz im eigenen Betrieb zu verbessern. Neben zielgerichteten Vorträgen, die nicht nur Basiswissen, sondern auch Detailkenntnisse vermittelten, stand die aktive Mitarbeit auf dem Programm. In Seminaren wurden rechtliche und technische Aspekte behandelt. In der Hack-Academy konnten die Teilnehmer in die Rolle des Angreifers schlüpfen und lernen, wie ein Hacker zu denken. Ergänzt wurde der Kongress durch eine Fachausstellung mit 45 Unternehmen und Initiativen, die ihre Lösungen vorstellten und sich mit den Teilnehmern austauschten.
Wir bieten Ihnen rechts zwei Bilder zum Download an. Quelle: IHK zu Essen/Bögeholz
BU Bild 1: Psychologe Dr. Hans-Georg Häusel erläuterte, wie Cyberkriminelle das Unterbewusstsein bei Angriffen zu nutzen wissen.
BU Bild 2: Aussteller und Besucher tauschen sich über die neuesten Entwicklungen in der IT-Sicherheit aus