Herbst 2017

IHK legt aktuellen Konjunkturbericht vor

Die aktuelle wirtschaftliche Lage in der MEO-Region im Herbst zeigt sich außerordentlich positiv: 42 Prozent der befragten Unternehmen in den Städten Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen vergeben das Konjunkturprädikat „gut“ – und damit noch einmal fünf Prozentpunkte mehr als noch zu Jahresbeginn. Gleichzeitig berichtet lediglich jeder zwölfte Betrieb von einer schlechten Lage. Dieser Anteil ging damit leicht um etwa zwei Prozentpunkte zurück. Der Saldo von Positiv- und Negativmeldungen liegt mit 33 Punkten satt im Plus. Einen höheren Wert gab es zuletzt vor neun Jahren.
„Die Wirtschaft in der MEO-Region brummt. Die Unternehmen sind gut aufgestellt. Das größte Risiko sehen die Betriebe in schlechteren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hier ist die Politik gefragt, um für Verlässlichkeit und Planungssicherheit zu sorgen. Dadurch wird die Basis gelegt, damit der Wirtschaftsmotor weiter auf Touren laufen kann“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerald Püchel.
Ein Ende dieser erfreulichen Entwicklung ist in den nächsten Monaten nicht zu erwarten. Fast zwei Drittel der Betriebe (64 Prozent) gehen von einem gleichbleibenden Verlauf aus. Ein Viertel der Befragten rechnet sogar mit einer weiteren Verbesserung der gegenwärtigen Situation. 12 Prozent der Betriebe - und damit ein vergleichbar großer Anteil wie zu Jahresbeginn – befürchten dagegen eine schlechtere Entwicklung. So lauten die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage der IHK zu Essen. Sie fließen in den 99. Ruhrlagebericht der fünf Ruhrgebiets-IHKs ein.
Neuen Schwung erwarten die Unternehmen im Auslandsgeschäft. Mehr als jeder vierte Betrieb – und damit rund fünf Prozentpunkte mehr als noch zu Jahresbeginn - rechnet mit höheren Exporten. Gleichzeitig sinkt auch der Anteil der Unternehmen, die rückläufige Exporte befürchten, deutlich um knapp acht Prozentpunkte auf nunmehr 15 Prozent. „Brexit, der Konflikt mit Nordkorea oder der voranschreitende weltweite Protektionismus – es gibt derzeit viele Ereignisse mit unabsehbaren, tendenziell negativen Folgen für das internationale Geschäft. Dennoch überwiegen die positiven Export-Aussichten der MEO-Unternehmen. Das unterstreicht einmal mehr die Konkurrenzfähigkeit der international tätigen Betriebe“, zeigt sich Dr. Püchel erfreut.  
Die Industriebetriebe melden eine ausgezeichnete Lage: 46 Prozent der Befragten vergeben das Prädikat „gut“. Damit nahm dieser Anteil verglichen mit der Befragung zu Jahresbeginn sprunghaft um 11 Prozentpunkte zu. Gleichzeitig sank der Anteil der Betriebe mit einer wirtschaftlich schlechten Situation deutlich auf nunmehr sieben Prozent (-11 Prozentpunkte). Zuletzt gab es 2012 eine bessere Lagebeurteilung der Industriebetriebe. Die Kapazitätsauslastung legte leicht zu. „Wenn wir diese Erfolgsgeschichte so fortschreiben möchten, brauchen wir in unserer Region mehr Industrie- und Gewerbeflächen. Ziel muss es sein, erweiterungswilligen Unternehmen Perspektiven aufzuzeigen, aber auch neuen Betrieben ein gutes Angebot unterbreiten zu können“, fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer.
In der Dienstleistungswirtschaft herrscht ebenfalls eine hervorragende Lage: 45 Prozent der Unternehmen bewerten ihre wirtschaftliche Situation als gut (Jahresbeginn: 38 Prozent). Nur sechs Prozent melden eine schlechte Lage (Jahresbeginn: 5 Prozent). Der aktuelle Saldo mit 38 Punkten lag zuletzt im Herbst 2010 höher. 46 Prozent der Dienstleister konnten ihre Umsätze erhöhen, fast jeder Fünfte musste dagegen Rückgänge verzeichnen. Vor dem Hintergrund der ausgesprochen guten Lage lautet die erfreuliche Nachricht: Es läuft so weiter. Denn mit sechs von zehn Befragten geht die Mehrheit von einer unveränderten Entwicklung in den kommenden Monaten aus. Ein Viertel der Dienstleister erwartet bessere Geschäfte; 16 Prozent schlechtere.
Die Geschäftslage im Handel tritt zwar im Vergleich zur vorausgegangenen Umfrage auf der Stelle – das aber auf einem hohen Niveau. Mit einem Anteil der Händler mit einer guten Geschäftslage von 32 Prozent (Jahresbeginn: 37 Prozent) und einem Anteil der Unzufriedenen von 14 Prozent (Jahresbeginn: 10 Prozent) ist die geschäftliche Situation jedoch mindestens noch als sehr zufriedenstellend zu bezeichnen. Die Lage im Großhandel stellt sich freundlicher als im Einzelhandel dar. Anlass zum Optimismus bietet der Blick in die Zukunft: So erwarten 29 Prozent in den kommenden Monaten eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage; nur fünf Prozent rechnen dagegen mit einer Verschlechterung. Der Saldo liegt also deutlich im positiven Bereich.
Die IHK zu Essen befragt gemeinsam mit den IHKs im Ruhrgebiet zweimal im Jahr die Unternehmen zu konjunkturellen und wirtschaftspolitischen Themen. Insgesamt fließen so die Rückmeldungen von rund 900 Unternehmen mit über 140.000 Beschäftigten in den Ruhrlagebericht ein. Der gesamte Konjunkturbericht „Ruhrlage“ sowie die regionale Auswertung sind unter www.essen.ihk24.de abrufbar.