Der aktuelle Konkunkturbericht Herbst 2018

Wirtschaft in der MEO-Region in Topform - Außenwirtschaftliche Unsicherheiten dämpfen die Erwartungen

Die ausgezeichnete Geschäftslage spiegelt sich im aktuellen Konjunkturklimaindex wider: Er klettert verglichen mit dem Wert vom Jahresbeginn um zwei Punkte und erreicht nun einen Wert von 125. Einen höheren Wert verzeichnete die MEO-Region zuletzt vor elf Jahren. „Die Unternehmen in der MEO-Region sind in Topform. Aktuell laufen die Geschäfte ausgezeichnet. Dennoch könnte die Dynamik in den nächsten Monaten an Schwung verlieren“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerald Püchel. Zwar rechnen mehr als zwei Drittel der Befragten damit, dass sich diese gute Lage gleichbleibend fortsetzt. 23 Prozent blicken sogar optimistischer in die Zukunft und schätzen, dass sich ihre Situation insgesamt weiter verbessern wird. Allerdings zeichnet sich ab, dass das Auslandsgeschäft zäher verlaufen wird. Die Exporterwartungen sind gedämpft.

„Die Unternehmen spüren die frostiger gewordenen Bedingungen auf dem internationalen Parkett: Ungewissheit beim Fortgang des Brexit, Diskussionen über US-Sanktionen oder auch die schwieriger gewordenen Beziehungen zur Türkei: All diese Entwicklungen gehen an den Betrieben nicht spurlos vorbei. Von daher blickt die Wirtschaft mit Ungewissheit auf das Auslandsgeschäft“, führt der IHK-Hauptgeschäftsführer aus.
Die aktuelle Lage der Industrie hat sich gegenüber dem Jahresbeginn nochmals verbessert – und schon damals konnte eine erfreuliche Entwicklung verzeichnet werden. 54 Prozent der befragten Betriebe (Jahresbeginn: 49 Prozent) melden eine gute Lage. Dagegen beurteilen nur drei Prozent die aktuelle Situation als schlecht (Jahresbeginn: sechs Prozent). Der Konjunkturklimaindex gibt mit 125 Punkten dennoch um sieben Punkte nach. Der Grund hierfür sind die deutlich reduzierten Erwartungen an die kommenden Monate.

Die Geschäftslage im Handel zeigt sich freundlich: 32 Prozent der Kaufleute berichten von einer guten Situation. Gegenüber der Umfrage zu Jahresbeginn ist das ein Zuwachs um fünf Prozentpunkte. Gleichzeitig nimmt aber auch der Anteil der unzufriedenen Unternehmen um vier Prozentpunkte auf nunmehr 11 Prozent zu. Die Großhändler beurteilen ihre aktuelle Wirtschaftslage deutlich besser als der Einzelhandel. So ergibt sich aus dem Saldo der Lagebewertung bei den Grossisten ein klares Plus von 31 Punkten; im Einzelhandel halten sich dagegen Optimisten und Pessimisten mit je 17 Prozent die Waage. Wirtschaftspolitische Risiken könnten die gute Entwicklung gefährden. „Den Handel treibt auch die Diskussion über den Diesel um. Die Belieferung erfolgt zum überwiegenden Teil mit dieselangetriebenen Lkw. Fahrverbote würden den Handel – wie auch die Wirtschaft insgesamt – vor große Probleme und Kosten stellen“, mahnt Dr. Püchel.

Die Dienstleistungswirtschaft berichtet weiterhin von einer ausgezeichneten Lage. Gegenüber der Vorbefragung legt der Anteil der Gut-Stimmen um sechs Prozentpunkte auf 47 Prozent zu. Die Negativbewertungen reduzieren sich um rund zwei Prozentpunkte auf nun sieben Prozent. Bei den Aussichten auf die kommenden Monate herrscht ebenfalls eine erfreuliche Grundstimmung: Der Anteil der Optimisten legt um sieben Prozentpunkte auf aktuell 28 Prozent zu. Zugleich geht der Anteil der Pessimisten leicht um einen Prozentpunkt auf nun acht Prozent zurück. Der Konjunkturklimaindex im Dienstleistungsbereich steigt deutlich um neun Punkte gegenüber dem Jahresbeginn an. Er erreicht die 130 Punkte-Marke. Ein höherer Wert wurde zuletzt vor acht Jahren verzeichnet.

Die IHK zu Essen befragt gemeinsam mit den IHKs im Ruhrgebiet zweimal im Jahr die Unternehmen zu konjunkturellen und wirtschaftspolitischen Themen. Insgesamt fließen so die Rückmeldungen von über 900 Unternehmen mit rund 124.000 Beschäftigten in den Ruhrlagebericht ein. Der gesamte Konjunkturbericht „Ruhrlage“ sowie die regionale Auswertung (PDF nach Wirtschaftzweigen) sind unter www.essen.ihk24.de abrufbar.