IHK-Umfrage

Auszubildende und Unternehmen wünschen sich günstigeres Azubi-Ticket

Die NRW-Landesregierung plant die Einführung eines so genannten „Azubi-Tickets“. Aus diesem Anlass haben die Industrie- und Handelskammern in NRW eine Umfrage gestartet, an der sich 7.625 Auszubildende und 1.476 Ausbildungsbetriebe beteiligt haben. „Ein attraktives Angebot eines Azubi-Tickets kann einen wertvollen Beitrag zur Attraktivität der beruflichen Bildung leisten“, kommentiert Franz Roggemann, Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung der IHK zu Essen. „Die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung wird Zurecht regelmäßig betont, gerade von der Landesregierung. Ein Azubi-Ticket bietet eine gute Chance zu beweisen, dass diese Aussagen keine reinen Lippenbekenntnisse sind“.
Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen sehen Handlungsbedarf beim ÖPNV-Angebot für Auszubildende. Insbesondere am Preis ist aus Sicht der Betriebe anzusetzen: 82 Prozent fordern ein günstigeres Ticket. Auch die Ausweitung der Geltungsbereiche spielt für 53 Prozent der Unternehmen eine wichtige Rolle.
Nicht mal jeder zweite Azubi in NRW hat ein Monats- oder Jahresticket. Auch hier sind für die Auszubildenden der Kaufpreis mit 77 Prozent und der größere Geltungsbereich mit 49 Prozent die wesentlichen Knackpunkte, um eine Anschaffung zu erwägen. Bei jedem dritten Auszubildenden beteiligt sich der Ausbildungsbetrieb an den Kosten.
Die Zahlungsbereitschaft der Azubis hängt dabei direkt vom Geltungsbereich des Tickets ab. Für ein Ticket, das lediglich die Fahrten zwischen Wohnort, Ausbildungsbetrieb und Berufsschule abdeckt, würden 70 Prozent der Azubis höchstens 30 Euro im Monat bezahlen. Ein NRW-weites Ticket hingegen wäre jedem zweiten befragten Azubi bis zu 60 Euro wert. Nur 18 Prozent wären bereit, bis zu 90 Euro monatlich zu zahlen.