Presse/Publikation

Ein Handelskrieg produziert nur Verlierer – auch in der MEO-Region

Nachdem Europa kurzzeitig ausgenommen wurde, erheben die USA seit dem 1. Juni Strafzölle auf ausgesuchte Stahl- und Aluminiumprodukte europäischen Ursprungs. Nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer für Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen zu Essen (IHK) dürften sich die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen dieser Maßnahmen für Unternehmen in der MEO-Region zunächst in Grenzen halten. „Doch bei einer Eskalation des Handelsstreits mit den USA – hin zu einem Handelskrieg – könnte die regionale Wirtschaft in der MEO-Region mittel- bis langfristig erheblichen Schaden nehmen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Gerald Püchel. 
Die von der US-Regierung bisher verhängten Strafzölle sowie die im Raum stehenden weiteren Strafzölle – wie z. B. im Automobilsektor – könnten international eine Spirale von Maßnahmen und Gegenmaßnahmen in Gang setzen. „Dies würde den Welthandel und dessen Entwicklung nachhaltig schädigen und ließe am Ende v.a. Verlierer – auch in unserer Region – zurück“, so Dr. Püchel. Das würde weit mehr als über 400 Firmen in der MEO-Region betreffen, die direkte Handelsbeziehungen in die USA unterhalten und 2017 ein Handelsvolumen von über 1,3 Milliarden Euro im US-Geschäft generierten. Bei entsprechender globaler Eskalation könnte nach und nach die gesamte exportierende Wirtschaft samt Zuliefererindustrien in Mitleidenschaft gezogen werden. 
Das zweifelhafte Berufen auf eine Klausel für die nationale Sicherheit – sowohl im Stahlbereich als auch im Automobilsektor – könnte einen verheerenden Präzedenzfall darstellen. Schlimmstenfalls ermutigt es viele Länder, es den USA gleichzutun und ihrerseits protektionistische Maßnahmen einzuführen. Damit würde das bisherige multilaterale Handelssystem – hier insbesondere die Welthandelsorganisation WTO – weiter ausgehöhlt und ein Grundpfeiler für den wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand Deutschlands sowie der MEO-Region geriete ins Wanken.  
„Gerade unsere hochinternationalisierte regionale Wirtschaft ist auf offene Märkte und ein funktionierendes Welthandelssystem angewiesen. So wird auch in der MEO-Region immer noch mehr als jeder zweite Euro im Verarbeitenden Gewerbe mit Auslandsgeschäften verdient“, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer. Sowohl für die Bundesregierung als auch die Europäische Union gelte es, klar, aber mit Augenmaß zu reagieren. Mit eigenen Maßnahmen und zusammen mit internationalen Partnern solle man möglichst im Rahmen der WTO gegen die US-Maßnahmen vorgehen und diese abwenden. „Wir hoffen, dass sich auf diese Weise das Schlimmste verhindern lässt.“